Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule Weilheim in Oberbayern

1. Grundidee und Zielsetzung
Lernen durch Engagement (LdE) verbindet fachliches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement. Kinder und Jugendliche setzen sich im Rahmen des Unterrichts für soziale, ökologische, kulturelle oder politische Themen in ihrem Stadtteil oder ihrer Gemeinde ein. Dabei engagieren sie sich für andere Menschen und die Gesellschaft (Service) und verknüpfen dieses Engagement mit schulischem Lernen (Learning).
Die Lernform zielt darauf ab,
Demokratie und Zivilgesellschaft zu stärken und
Schule und Lernkultur nachhaltig zu verändern.
2. Leitgedanken
Demokratie erleben und gestalten:
Schülerinnen und Schüler erfahren Selbstwirksamkeit, Mitbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung. Sie üben demokratische Teilhabe praktisch ein.
Verbindung von Theorie und Praxis:
Engagementprojekte sind Teil des Unterrichts und werden mit Fachinhalten verknüpft. Die Lernenden wenden Wissen konkret an und verstehen Zusammenhänge tiefer.
Selbstbestimmung und Partizipation:
Die Schüler und Schülerinnen planen und gestalten ihre Projekte selbstständig, reflektieren ihren Prozess und entwickeln Lösungen für reale Herausforderungen.
Vielfalt und Individualisierung:
LdE ist in allen Schulformen und Altersstufen umsetzbar. Themen, Methoden und Partner werden an die Bedürfnisse der Schule, der Lernenden und des Stadtteils angepasst.
3. Fachliche Verankerung
LdE ist kein zusätzliches Projekt, sondern Teil des Unterrichts. Fachliche Lernziele werden mit praktischen Erfahrungen verknüpft.
Beispiele:
Deutsch: Argumentation und Berichterstattung über das Engagement.
NT: Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
GPG: Demokratieverständnis und Partizipation.
Kunst/Musik: Gestaltung öffentlicher Aktionen oder Kampagnen.
Dadurch wird Lernen bedeutsamer, handlungsorientierter und interdisziplinär.
4. Qualitätsstandards von Lernen durch Engagement
Curriculare Anbindung: Das Engagement ist fest in den Unterricht integriert.
Bedarfsorientierung: Projekte orientieren sich an realen Bedürfnissen im Stadtteil.
Partizipation: Schülerinnen und Schüler planen, entscheiden und handeln selbst.
Reflexion: Kontinuierliche Reflexion über Erfahrungen, Werte und Lernen.
Anerkennungskultur: Das Engagement wird sichtbar und wertgeschätzt.
Kooperation: Enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Engagementpartnern.
Diese Standards sichern die Qualität und Wirksamkeit von LdE-Projekten.
5. Wirkung und Nutzen
Für Schüler und Schülerinnen:
Entwicklung von Sozial-, Demokratie- und Handlungskompetenzen
Förderung von Motivation, Selbstwirksamkeit und Empathie
Vertieftes Verständnis fachlicher Inhalte
Für Schule:
Förderung einer demokratischen Schulkultur
Stärkung von Teamarbeit und Verantwortungsübernahme
Öffnung der Schule ins Gemeinwesen
Für Gesellschaft:
Junge Menschen übernehmen Verantwortung
Lokale Netzwerke zwischen Schule, Zivilgesellschaft und Institutionen entstehen
Nachhaltige Impulse für den Stadtteil oder die Gemeinde
6. Beispielhafte Projektideen
Umweltaktion „Sauberer Stadtteil“ (NT, GPG)
Vorlesepatenschaften im Seniorenheim oder im Kindergarten (Deutsch, Ethik)
Interkulturelles Kochbuch mit Mitgranten und Migrantinnen (Kunst, Deutsch, ES)
Demokratiewerkstatt „Schule fair ändern“ (GPG, Religion, Deutsch)
7. Fazit
Lernen durch Engagement ist eine innovative Lernform, die Bildung und Bürgersinn miteinander verbindet. Sie macht Demokratie erfahrbar, fördert Selbstverantwortung und stärkt die Verbindung zwischen Schule und Gesellschaft.
Kinder und Jugendliche lernen nicht nur für sich, sondern mit und für andere – und gestalten so aktiv eine demokratische, solidarische Zukunft.
Quelle: https://www.servicelearning.de/lernen-durch-engagement/was-ist-sevice-learning-lernen-durch-engagement
Eine Gruppe aus der Klasse 7M liest Kindern des Kindergartens ►St. Anna einmal in der Woche kurze Geschichten vor.
Die Ziele:
Lesefertigkeiten der Vorleser verbessern, Berufsorientierung, Recherchearbeit, Kommunikationsfähigkeiten schulen
Der Ablauf:
Zeitaufwand pro Woche: 90 Minuten
Die Schülerinnen und Schüler werden in der Klasse mit folgenden Aufgaben betraut:
Recherche in der Stadtbücherei zur Auswahl geeigneter Bücher
Kontaktaufnahme mit dem Kindergarten und Vorstellung
Terminvereinbarungen
Im Kindergarten werden die Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten betreut und erhalten in regelmäßigen Abständen ehrliche Feedbacks.
Gegen Ende der Einheit wird durch die Kindergartenleitung zusammen mit den Schülerinnen und Schülern ein Gespräch über die mögliche Berufsorientierung geführt und bei Eignung Praktika angeboten.
Gibt es an der Mittelschule Weilheim einen medizinischen Notfall, wissen unsere Schul-Sanis professionellen Rat – weil sie von Martin Pickenhahn (BRK) wöchentlich geschult werden.
Ausgestattet mit schuleigenem Digital-Pager, Krankenzimmer und medizinischer Erstversorgung hat die Wilhelm-Conrad-Röntgen Mittelschule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein professionelles Erste Hilfe-System erarbeitet.
Sobald ein Notfall im Sekretariat gemeldet wird, werden die diensthabenden Schulsanis via Digital-Pager im Klassenzimmer alarmiert. Die Erst-Helfer und Erst-Helferinnen begeben sich danach umgehend mit Sanitätsrucksack zum Patienten und leisten die Erstversorgung vor Ort.
Die Ziele:
Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit
►Schulsanitäter übernehmen Verantwortung für andere Menschen. Sie müssen in Notfällen ruhig, überlegt und zuverlässig handeln – Eigenschaften, die in allen Lebensbereichen geschätzt werden.
Soziale Kompetenz und Teamarbeit
Man arbeitet im Team, kommuniziert mit Mitschülern, Lehrkräften und Rettungsdiensten. Dadurch werden Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Konfliktlösung gestärkt.
Erste-Hilfe-Kenntnisse
►Schulsanitäter erwerben fundierte Kenntnisse in Erster Hilfe. Diese Fähigkeiten sind nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag und später im Beruf nützlich.
Engagement und Ehrenamt
Das Mitwirken im ►Schulsanitätsdienst zeigt freiwilliges Engagement – ein Punkt, der bei Bewerbungen (z. B. für Praktika, Ausbildung, Studium) positiv auffällt.
Persönlichkeitsentwicklung
Der Umgang mit Stresssituationen, Verantwortung und anderen Menschen fördert Selbstvertrauen, Reife und Belastbarkeit.
Berufsorientierung
Für viele ist der ►Schulsanitätsdienst ein erster Einblick in medizinische, pflegerische oder soziale Berufe – eine gute Vorbereitung für spätere Laufbahnen im Gesundheitswesen.
Kurz gesagt:
Ein Einsatz als ►Schulsanitäter ist förderlich, weil er Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft stärkt, praktische Erste-Hilfe-Kompetenzen vermittelt und persönliches Engagement zeigt.
Wir haben eine ►Schulimkerei. Somit haben unsere Schülerinnen und Schüler Einblicke in die faszinierende Welt der Bienen. Betreut werden unser Schulbienen von unserem Lehrerkollegen und Imker Herrn Michael Staebler, der für alle Fragen jederzeit zur Verfügung steht.
Die Ziele:
Den Wert eines aktiven Umweltschutzes erkennen
Der Ablauf:
Zeitaufwand pro Woche in der Saison: 60 Minuten
Die Schülerinnen und Schüler werden in der Klasse mit folgenden Aufgaben betraut:
Recherche über das Leben von Bienenvölkern
Einrichtung und Pflege einer Imkerei
Ernte
Die Kinder werden von einem Imker betreut