Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule Weilheim in Oberbayern

Vielleicht werden wir in zwanzig Jahren nicht mehr darüber diskutieren, ob Kinder zu viel Zeit am Smartphone verbringen. Vielleicht werden wir uns fragen, warum wir zugelassen haben, dass eine ganze Kindheit zum Geschäftsmodell geworden ist. Warum wir akzeptiert haben, dass Algorithmen darüber entscheiden, was unsere Kinder sehen, was sie glauben, wen sie bewundern und wie sie sich selbst wahrnehmen. Vielleicht werden wir feststellen, dass wir unseren Kindern die gesamte Welt digital zugänglich gemacht haben – ihnen aber gleichzeitig die Zeit genommen haben, ihre eigene Welt zu entdecken. Dass sie gelernt haben, durch Tausende Videos zu scrollen, aber Schwierigkeiten haben, ein Buch zu Ende zu lesen. Dass sie mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren können, aber nicht mehr wissen, wie sie ein schwieriges Gespräch von Angesicht zu Angesicht führen. Dass sie jederzeit erreichbar sind, aber sich trotzdem einsam fühlen. Und dass sie alles über das Leben anderer wissen, aber kaum noch Zeit haben, ihr eigenes zu leben. Vielleicht wird die größte Tragödie der digitalen Kindheit nicht sein, was unsere Kinder im Internet gesehen haben. Sondern das, was sie im wirklichen Leben dadurch verpasst haben. „Wir müssen uns nicht nur fragen, vor welchen Gefahren wir unsere Kinder im Internet schützen müssen. Wir müssen uns vor allem fragen, welche Kindheit wir ihnen ermöglichen wollen. Denn eine verpasste Kindheit lässt sich nicht nachholen.“
Die Frage bleibt mit allen Konsequenzen bei uns: “Meinen wir es als Gesellschaft ernst und wollen wir so weitermachen?“